In 26 Schritten zu einem besseren Studienstart! Lern- und Lebensstrategien

Abbildung des Selbststudiumprozesses
Lern- und Lebensstrategien

Es wird Phasen in deinem Studium geben in denen wirst du dich vor der Entscheidung sehen, „Entweder ich ballere mir in den nächsten 2-14 Tagen (je nach Semester) diese 400 Buchseiten in meinen Kopf rein oder wir sehen uns zur Wiederholungsprüfung“. Natürlich sind dies „Situationen maximaler Auslastung“ und du könntest sie durch längerfristiges Planen sicherlich vermeiden, aber sind wir nicht alle ein bisschen träge?

Auch in etwas entspannteren Phasen hört man in der Mensa schon mal Aussagen wie: „Du? Ich hab gar nicht mitbekommen, dass es Frühling geworden ist. Sind die Bäume schon lange grün?“ oder in der Bibliothek: „Wie – letzter Tag der Kieler Woche? Die ist jetzt?“ Wir sind der Überzeugung „Niemand mit Zulassung zum Zahnmedizinstudium in Kiel muss unter seinem Studium psychologisch leiden“ – das ist der Kern hinter dieser Seite.
Wir möchten euch auf einige Felder die uns aufgefallen sind hier aufmerksam machen und euch somit hoffentlich Orientierung geben.

 

1.) „You gotta wan’it!“

Sehr trivial, aber ebenso elementar. Wenn man etwas erreichen möchte funktioniert es auf Dauer nicht über Druck oder Zwang. Der einzig gangbare Weg ist die Motivation aus innerer, wahrhaftiger Überzeugung.

2.) „Peace and Karma“

Während deines bisherigen Lebens warst du vermutlich durch Schule, Arbeit, Reisen, Sport, Freunde und Familie gut unterhalten. In harten Lernphasen des Studiums wird dies nicht der Fall sein. Man kommt ins Denken und auf einmal belastet einen alles, was sich auf dem persönlichen Kerbholz ansammelte; der schwellende Familienkrieg, die verflossene Liebe, die ganzen falschen Taten, die man noch nicht verarbeitet hat.
Großer Tipp, wenn noch nicht passiert – komm‘ unbedingt mit dir selbst und deiner Umwelt ins Reine. In innerem Frieden und Zufriedenheit ist das Lernen einfach so viel einfacher.

3.) „Keep your Game tight.“

Gerade am Anfang des Medizinstudiums ist man geneigt sich das größte, umfassendste Lehrwerk vorzuknöpfen, was auf dem Markt zu bekommen ist. Dies ist jedoch nicht nur finanziell, emotional und zeitlich extrem kostspielig, es ist schlichtweg über das Ziel hinausgeschossen. Ein sinnvoller Anfang zum Einarbeiten in eine unbekannte Thematik ist ein „Kurzlernwerk“. Hier herrscht die beste Mischung aus Verständlichkeit, Tiefgang und Relevanz. Muss man sich eingestehen wirklich gar keine Ahnung zu haben, sollten man dadrüber nachdenken Schulbücher oder Lehrbücher der Heilberufsausbilung zu bemühen. Nach der Legung dieses Fundaments ist weiteres Vorgehen in Lerngruppen, mit Altklausuren, Internetquellen, Vorlesungsmitschriften und/oder Großlernwerken sinnvoll. Interesse geweckt? Bspw. das Werk „Lernstrategien“ von „MediLearn“ geht hierauf weiter ein, 10€ – neu bzw. gebraucht noch günstiger.

4.) „What do you mean „tough“? It’s just the beginning!“

Immer wieder werden dir höhere Semester berichten wie hart es bei denen gerade in diesem Moment ist und wie „billig“ im Gegensatz dazu das ist was du machst. Mag sein, aber dafür sind sie eben auch „höhere Semester“. Orientiere dich an den zukünftigen Anforderungen, aber konzentriere dich auf das hier und jetzt, nur das kannst du wirklich verändern. Du wirst es nicht glauben, aber bereits drei Monate sind im Studium eine sehr lange Zeit, in welcher sich alle Maßstäbe relativieren. Dieses Phänomen ist sogar wissenschaftlich belegt.

5.) „Nope“

Natürlich lässt man sich gerne mitnehmen „Kommst du mit zum Strand?“, „Gehst du mit mir in die Stadt?“. Ausgleich muss zweifelsohne sein, doch wenn es gegen deine Lern- und Tagesplanung geht – sag‘ nein! Das Lernen kann dir niemand abnehmen. Dies hat jeder für sich individuell selber auszuführen. Wenn du dein „nein“ nachvollziehbar erklärst und dies nicht zum Standarttonus wird werden dein Freunde hierfür Verständnis haben.

6.) „Have a bad-ass plan“

Ein “ins blaue lernen” war selten effektiv. Hab‘ ein Ziel und eine konkrete Strategie wie du dieses Ziel erreichen möchtest.
„A: Welchen Weg soll ich nehmen?“, B:“Wohin möchtest du gehen?“, A:“Das weiß ich nicht“, B:“Dann ist es nicht wichtig für welchen du dich entscheidest“.

7.) „When I grow up.. I wanna be a writer!“

Reformulierung und Verschriftlichung von Lerninhalten führen zu deutlich erhöhter Hirnaktivität und höherem Lernquozienten. Korrekt! Frisst jedoch Zeit und Energie ohne Ende. „Planloses abschreiben“ ist der Super-GAU. Anders als in der Schule interessiert sich keiner für deine Schulmappe. Es geht um das, was im Kopf ist. Halte deine Schreibarbeit so gering wie. Während du ein Buch liest, markiere relevante Textstellen (meist in Fachbüchern überproportional viele). Wenn du sie für elementar hälst, schreib‘ sie dir auf einen Lernzettel. Versuche möglichst viele Lerninhalte durch logische Verknüpfung zu speichern. Auswendig zu lernen gibt es dennoch genug. Schreibe nur die unumgänglich auswendig zu lernende Inhalte (bspw. Tabellenwerte, Vokabeln, Definitionen, Formeln) auf Karteikarten und lerne sie „by heart“. Verschreibe Lyrik, Epik und insbesondere Dramatik in deine Freizeit.

8.) „Best of Electronics“

Ein Problem was unsere Eltern im Studium noch nicht kannten, ob Laptop, Tablet oder Handy! Ganz einfach: Schalt‘ es aus! Lass es im Spint, gib‘ es deinen Lernpartnern oder leg‘ es zu mindestens in maximale Entfernung. Während dich zu Schulzeiten Google, Wikipedia, und co. noch gerettet haben mögen, hat in >80% aller Lernphasen des Zahnmedizinstudium jegliche Elektronik nichts verloren.
Wenn du etwas aufschreiben möchtest, nimm Zettel und Stift. Die persönliche Handschrift und die neuronale Kopplung aus mechanischen Bewegungen erhöhen die Hirnaktivität wesentlich. Ein Lehrbuch ist kompakter und pädagogisch strukturierter als die Internetrecherche. Außerdem sind sie im Gegensatz zur Schule wirklich gut und informativ. Ein PC birgt ohnehin zu viele Ablenkmöglichkeiten.
Zu WhatsApp, Facebook und ähnlichen: Hör‘ auf dich selbst zu bescheißen! Noch magst du es vielleicht nicht glauben, aber die Welt geht nicht unter, wenn du ausschließlich in aktiv gewählten und bewusst eingehaltenen Lernpausen likest, kommentierst und „stalkest“.

9.) „It’s your fucking job!“

Insbesondere für die „älteren Semester“ und die Studierenden mit Arbeiterfahrung gilt: „It’s your fucking job“. In der Vergangenheit hat dein Chef und die Zeitschranke veranlasst, dass du Mo-Fr. 40h abgesessen hast. Jetzt bist du dein eigener Chef und deine eigenen Zeitschranke. Vergeig‘ es nicht. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Zieh‘ deine Schicht durch und kümmere dich dann um alles andere.

10.) „Sleep deprivation, insomnia and alike“

Das Studium ist ein Marathon. Es geht nicht darum 100 Meter in <10 sec. zu sprinten. Eher um eine wochenlange Gebirgswanderung. Wer am Anfang überdreht, seine Kraft nicht einteilt, bei schlechtem Wetter geht, keine Regeneration einlegt, Nahrungsaufnahme vernachlässigt und/oder keine Orientierung hat verliert. Such dir relevante Informationen zusammen, trainiere, mach dir ein Konzept, bereite deine „Gipfelbesteigung“ vor und gehe in der Gruppe dein eigenes Tempo. „Versuche nicht die Natur zu schlagen, arbeite mit ihr“.
In diesem Sinne: kein Schlafmangel. Für die meisten unter uns dürfte dies einer Schlafzeit um 7 – 8h und von etwa 24:00 bis 8:00Uhr (+/- 1 h) entsprechen. Da klingt vielleicht elementar, doch versuch‘ mal zwei Tage vor Neuroanatomie so viel und in den Semesterferien so wenig zu schlafen – schwierig.

11.) „Over and out“

Es gibt Momente in denen kann man einfach nicht mehr. Das Beste in diesen Momenten ist es eine Kleinigkeit zu essen und sich schlafen zu legen. Sobald man wieder aufwacht: weitermachen. Das jedoch sollte nicht öfter als einmal innerhalb von 10 Tage vorkommen. Wenn doch: reflektiere deine Lebensweise!

12.) „Getting things prioritized“

Wir alle haben viele verschiedene Dinge die wir erledigen müssen oder wollen. Setz‘ Prioritäten (für dich selbst). Nach dem Aufstehen führe das von höchster Priorität als erstes aus. Lass‘ dich von deinem Plan nicht abbringen. Nicht nur, dass das Wichtigste gleich zu Anfang abgehandelt auch wird die Erleichterung dir für alle andren Sachen mehr Energie geben und dein gesamtes Wohlbefinden steigern.

13.) „Have a break“

Es ist mehr die Zahl denn die Länge! Nach 45 bis 60min benötigt dein Kopf nur ein paar wenige Minuten um zurück auf Aufnahme zu kommen. Die etwa dritte Pause sollte dann ein bisschen länger sein. Gewinne ein Gefühl für dich selbst, wann du lernfähig bist und wann die Zeit besser investiert ist andere Dinge zu machen. Nimmst du dir keine aktiven und bewussten Pausen nimmt sie sich dein Kopf und Körper ganz von selbst – und das passiert immer im falschen Moment. „Durchlernen“ ist die falsche Methode.

14.) „Kill it when it’s weakest“

Jeder von uns hat Selbstzweifel, Sorgen und Nöte. Merze sie aus solange sie klein sind. Lass‘ dich von ihnen nicht lähmen. Es ist ein großer Schritt sich zu öffnen und Schwäche einzugestehen. Habe eine Person der du bedingungslos vertrauen kannst – Eltern, beste/r Freund/-in. Rufe sie an, triff‘ dich mit ihnen im ersten Moment in dem du dich von der Situation überfordert fühlst. Jegliche Verzögerung lässt das Problem wachsen.
Im gleichen Sinne: Wenn dein Kopf einfach „zu voll“ mit verschiedenen Gedanken ist, fixiere diese auf einem Blatt Papier und schreibe alles auf, was dir durch den Kopf geht. So kannst du sicher sein es nicht zu vergessen und dich nach dem Lernen noch effektiver drum kümmern. Häufig wird dir auffallen, was du in dem Moment dachtest war doch nicht so lebensentscheidend wie es dir vielleicht im ersten Moment vorkam.

15.) „You’re not Superman – and Superwoman neither“

„Morgen mach ich alles besser?“ Träum‘ weiter! Das wird nicht passieren. Änderungen sind ein langwieriger Prozess. Erwarte keine Wunder von dir selber, arbeite kontinuierlich an den Stellen die dich stören.

16.) „School’s out“

Entspannung wird schon kommen? Schwachsinn. Langweile und Unzufriedenheit kommen bei plötzlich abfallender Anspannung. Erholung hingegen benötigt aktive Planung. Plane deine Abende, Wochenenden und Semesterferien im Vorhinein. Setze dir Ziele und strebe nach ihnen.

17.) „Seperation“

Was brauche ich die Bibliothek? Was brauche ich den Sportverein? Kann man doch auch alles von Zuhause machen. Richtig, kann man ist aber nicht weise. Räumliche Trennung steigert Effektivität und Wohlbefinden u.U. wesentlich.

18.) „It’s just damn expencive“

„Ja ach komm, das Studium ist teuer .. interessiert mich nicht, passt schon irgendwie!“. *ämm* Nein! Es wird nicht schon irgendwie passen. In allen Anforderungen des Studiums ist es wichtig „flockig zu bleiben“, aber unterschätz‘ nicht die finanziellen Anforderungen in einem der „teuersten universitären Studiengang an staatlichen Hochschulen Deutschlands“. Sobald du dich in die Klinik erhebst geht dein Bankkonto in die Knie. Sorge im Vorhinein dafür, dass die Kosten tragbar sind.

19.) „Rituals“

Rituale sind eine gute Methode in die uneingeschränkten Selbstverantwortung des vorklinischen Studiums Struktur zu bringen. Nicht für jeden sind Yoga, Meditation und/oder Religion etwas, doch zweifelsohne lebensnotwendig ist regelmäßige Nahrungsaufnahme.
Oma wusste es schon immer, doch was in der Familie selbstverständlich ist benötigt im Studium eine gewisse Planung. Körper und Geist brauchen Gesellschaft und ausgewogene Nahrung in regelmäßigen Intervallen. Dies ist keine Diskussionsbasis. Ganz nebenbei ist dies der idealer Anlass um seine eigenen Lernmethoden und Fortschritte zu vergleichen sowie mit allen Neuigkeiten up-to-date zu bleiben.
Finde eine Gruppe von Kommilitonen mit der du dich gut verstehst und mach‘ ein Ritual draus dich jeden Wochentag (auch an Selbstlerntagen) zur gleichen Zeit in der gleichen Mensa zum Essen zu treffen. Neben einer (mehr oder weniger) ausgewogen und schmackhaften Mahlzeit ist hier Raum sich über tagesaktuelle Themen und Lernfortschritte auszutauschen. In der Gruppe ist man stärker als allein.

20.) „Mr. and Mrs. Sporty“

In den meisten Lebensabschnitten ist ein Grundmaß an täglicher Körperbewegung inklusive – im Medizinstudium nicht. Sorge aktiv für den nötigen sportlichen Ausgleich. Feste Trainingszeiten und Punktspiele in Mannschaftssportarten können den ein oder anderen überfordern, doch es gibt keine Ausreden dafür jeden zweiten Tag joggen zu gehen. Gerade für alle männlichen Studenten ist das Krafttraining eine willkommene sportliche Ausgleichsbetätigung, die viele Parallelen und positive Rückwirkungen zum Lernen hat. Pumpen ist nicht nur für „Assis“, Probier‘ es aus.

21.) „Love yourself“

„You’re never alone when you love yourself“. Das Lesen und Lernen von Fachinhalten ist eine unumgänglich isolierte Handlung. Doch hierunter leidet nur der, der sich in seiner eigenen Gegenwart unwohl fühlt. Akzeptiere dich selbst und lerne dich selber zu lieben. Je wohler du dich mit dir ganz alleine fühlst, desto effektiver wird dein Lernen sein. Neigst du dazu unter räumlicher Isolierung zu leiden, versuche übergangsweise deine Lernorte  zu wechseln. Lerne parallel mit anderen Studenten in den Bibliotheken, mit Freunden oder an öffentlichen Orten, soweit das möglich ist.

22.) „trust your instincts“

Unter Zeitdruck neigt man schnell dazu auch dann lernen/arbeiten zu wollen, wenn man physisch und psychisch dazu gar nicht in der Lage ist – genau dies ist der Punkt an dem Menschen kaputt gehen. Lerne deinen eigenen Körper kennen, lerne deine innere Stimme zu verstehen. Deine Instinkte sagen dir, was in welchem Moment das richtig ist. Arbeite hart, aber stets <mit dir selbst>.

23.) „Timeframing“

Fülle maximal 60-70% deiner theoretischen täglichen Arbeitszeit mit konkreten Vorhaben und Lernzielen. Lasse die restliche Zeit bewusst für unvorhersehbare Ereignisse frei. So kannst du auch auf einen unerwarteten Anruf einer alten Freundin eingehen und trotzdem entspannt bleiben. Sorge durch einen langfristigen Lernplan dafür, dass alle Leistungsnachweise dennoch erreicht werden können. Plane 48 bis spätestens 36h vor der Klausur mit dem Lernen fertig zu sein. So bleibt dir im Notfall ein kleiner Zeitpuffer und im Idealfall Raum zum letzten auswendiglernen, wiederholen und entspannen.

24.) „Help yousrself“

„Niemand hilft mir“ ist einer der meistgehörtesten Sätze zu Studienanfang. Richtig, niemand wird dir helfen, wenn du nicht aktiv nach Rat suchst. Das Studium ist kein Ponyhof. Höre auf dich selbst zu bemitleiden „and get a fucking move on“. Wenn du mehr Hilfe brauchst als du dir selber geben kannst, kontaktier deine Kommilitonen, Freunde, Familie und/oder öffentliche Anlaufstellen. Du bist der Kern, du hast es in der Hand!

25.) „Tune in“

Ebenso wie Sport im Studium zum aktiven und schnellwirkenden Lernausgleich  eine neue Dimension annimmt, so verhalt es ich mit Musik. Passiv zur kurzen Ablenkung in Lernpausen oder aktiv durch das Spielen eigener Instrumente. Die therapeutische Wirkung von Musik ist nicht zu unterschätzen.

26.) „Examina can be repeated, legendary celebrations cannot“

Neben allen fachlichen vergess‘ dein Leben nicht. Wäge ab was in welchem Moment wertvoller ist, doch wenn das für dich in dem Moment die Party oder das Festival ist, gehe dort hin und lass richtig die Sau raus. Fälle Entscheidungen und ziehe sie 100% durch. Höre auf deinen Instinkt – doch kenne das Risiko.

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