Lage und Geschichte

kiel

Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel ist eine kreisfreie Stadt im Osten des Landes, an der Ostsee (Kieler Förde). Sie ist die größte Stadt sowie, neben Lübeck und Flensburg, eines der drei Oberzentren des Bundeslandes.

Ferner ist Kiel eine traditionsreiche Universitätsstadt mit starkem Bezug zum Meer in den Bereichen Marine, Schiffbau, Segeln, Meeresforschung.
Die Einwohnerzahl der Stadt Kiel überschritt im Zuge des Ausbaus als Reichskriegshafens um das Jahr 1900 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Die Lage

Kiel ist einer der wichtigsten Naturhäfen an der Ostsee an der Kieler Förde. Durch Kiel verläuft die Wasserscheide von der Nordsee zur Ostsee. Hier befindet sich der Nord-Ostsee-Kanal (kurz NOK) im Stadtteil Kiel-Holtenau.
Die Umgebung Kiels ist von Moränenhügeln geprägt und geht direkt in die Holsteinische Schweiz über.

Geschichte

• Kiel wurde zwischen 1233 und 1242 von Graf Adolf IV. von Holstein aus dem Hause Schauenburg gegründet

• 1242 erhielt Kiel das Stadtrecht

• 1283 Eintritt in die Hanse

• 1301 war die Stadt befestigt

• Ab 1329 von einer Stadtmauer umgeben

• 1460 Unterzeichnung des Vertrags von Ripen

• 1469 erstmalige Erwähnung des Kieler Umschlags

• 1518 Kiel wird aus der Hanse ausgeschlossen

• 1665 Gründung der Christian-Albrechts-Universität durch Herzog Christian Albrecht von Gottorf

• 1773 kommt die Stadt an den dänischen König

• 1803 Errichtung eines Botanischen Gartens

• 1813 wird Kiel im Kosakenwinter von Schweden eingenommen

• 1814 Frieden von Kiel: Holstein bleibt dänisches Herzogtum

• 1838 Gründung der Maschinenbauanstalt Schweffel und Howaldt, Kiels erster großer Betrieb, aus dem später die heutige HDW hervorgeht.

• 1844 mit der Eisenbahnlinie nach Hamburg wird Kiel als eine der ersten Städte an das deutsche Schienennetz angeschlossen.

 

 

• 1850. Mit dem Brandtaucher wird in Kiel das erste U-Boot der Welt gebaut.

• 1864 Eroberung Schleswig-Holsteins durch Preußen und Österreich im Deutsch-Dänischen Krieg; Kiel wird zunächst von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet

• Am 24. März 1865 ordnet der preußische König die Verlegung der Ostsee-Marinestation von Danzig nach Kiel an. Ab da entwickelt sich Kiel zur Großstadt. Mit der Marine kommt auch die Norddeutsche Werft (später Germania-Werft) als zweiter Schiffbaubetrieb nach Kiel.

• 1866 wird Kiel ganz preußisch. Das Artilleriedepot (ab 1891 Kaiserliche Torpedowerkstatt) wird eingerichtet. Hier werden unter anderem Über- und Unterseewaffen entwickelt.

• 1867 Kiel wird Kriegshafen des neugegründeten norddeutschen Bundes und Sitz des aus den Ämtern Bordesholm, Cronshagen, Kiel und Neumünster gebildeten Kreises Kiel

• 1871 In der neuen Reichsverfassung heißt es in Artikel 52, Absatz 2: Der Kieler Hafen und der Jadehafen sind Reichskriegshäfen

• 1873 Die Kieler Werftarbeiter beginnen sich zu organisieren: Gründung des Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Vereins

• 1878 nimmt mit der Kaiserlichen Werft die dritte Großwerft ihren eigentlichen Betrieb auf (vorher Marinedepot seit 1865).

• 1882 Die erste Kieler Woche findet statt.

• 1883 Kiel scheidet aus dem gleichnamigen Kreis aus und wird eine kreisfreie Stadt; Sitz des Kreises Kiel wird die Stadt Bordesholm

• 1885 Erstmals wird die „Kieler Woche“ als Kombination von Schiffsparade, Segelregatten und Volksfest veranstaltet

• 1887 Kiel wird deutscher Reichskriegshafen; rasantes Bevölkerungswachstum durch die Ansiedlung der Werftindustrie

• 1893 Das Kieler Gewerkschaftskartell wird gegründet und hat zu Anfang 2.900 Mitglieder.

• 1895 Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal), welcher bald die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt wird. In der Folge wird Kiel zum Haupthafen der deutschen Flotte.

• 1907 Der Kreis Kiel wird in Kreis Bordesholm umbenannt; Kiel selbst bleibt weiterhin kreisfrei.

• 1913 Am Vorabend des Ersten Weltkriegs arbeiten in auf der Kaiserlichen Werft 6.900, auf der Germania-Werft 6.800, und bei den Howaldtwerken 3.700 Personen. Mehr als 30.000 Kieler waren Marineangehörige.

• 1917 Kiel wird Sitz des Oberpräsidiums der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und somit quasi „Landeshauptstadt“. Vorher befand sich das Oberpräsidium in Schleswig.

• 1918 Mit dem Matrosenaufstand endet der Erste Weltkrieg. Am 3. November erheben sich hier die Matrosen, gründen am 4. November den ersten Arbeiter- und Soldatenrat Deutschlands und setzten so den Anfang zur Novemberrevolution, welche innerhalb weniger Tage ganz Deutschland erfasst und mit der dadurch erzwungenden Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II. die Grundsteinlegung zur ersten deutschen Republik, der Weimarer Republik bildete.

• 1928 Der Zivilflughafen Kiel-Holtenau wird in Betrieb genommen.

• 1932 Der Kreis Bordesholm (bis 1907 Kreis Kiel) wird aufgelöst und sein Gebiet auf die Kreise Rendsburg, Segeberg und Plön aufgeteilt.

• 1936 Kiel wird zum ersten Mal Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe. Im Landesarchiv Schleswig-Holstein existiert ein Film von Leni Riefenstahl über dieses Ereignis

• Im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 wird Kiel wegen der militärischen Bedeutung (Kriegshafen, Werften) zu 80% zerstört. Die Integration der vielen ostdeutschen Kriegsflüchtlinge aus dem Baltikum, Ost- und Westpreußen, Pommern und Mecklenburg stellt die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen. In den Nachkriegsjahren wird es unter damals modernen Gesichtspunkten neu aufgebaut. Die Stadt entwickelte sich bald wieder zum wirtschaftlichen, politischen und geistigen Zentrum Schleswig-Holsteins.

 

• Kiel wurde 1946 unter britischer Besatzung Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein.

• Der große deutsche Erfinder Rudolf Hell, der ab 1947 in Kiel lebt und arbeitet, stellt 1956 das erste Faxgerät vor, 1963 den ersten Scanner und 1965 den digitalen Lichtsatz, der das Druckwesen auf der Welt revolutioniert.

• 1968 läuft mit der NS Otto Hahn bei HDW das erste und einzige deutsche Atomschiff vom Stapel.

• 1970 Im Rahmen der schleswig-holsteinischen Kreisreform werden die Kreise Rendsburg und Eckernförde vereinigt. Seither gehört das Kieler Umland zu den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön.

• 1972 Kiel wird zum zweiten Mal Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe, diesmal im Stadtteil Schilksee

• 1975 wird der Kieler Umschlag als modernes Volksfest wiederbelebt

• 1982 feiert die Kieler Woche ihr hunderjähriges Bestehen

• 1992 750 Jahre Stadt Kiel

• 1994 Die 100. Kieler Woche wird veranstaltet (In den Kriegsjahren von 1915-1919 und 1940-1946 fanden keine Kieler Wochen statt)

• 1995 Hunderjähriger Geburtstag des Nord-Ostsee-Kanals

Kultur und Sehenswürdigkeiten

• Das Rathaus, dessen Turm als Wahrzeichen der Stadt gilt

• Nicolaikirche (evang.)

• St. Nikolauskirche (kath.)

• Schloss, im Zweiten Weltkrieg nahezu zerstört, wurde es neu aufgebaut und dient heute meist kulturellen Zwecken

• Das Landeshaus, ehemalige Marineakademie und heute Sitz des Landtags.

• Der Hörn-Campus, bestechend durch extravagante Architektur mit einer in Wellenform geschwungenen und gleichzeitig geneigten Glasfront

• Die Uni

• Die Holstenstraße (eine der ältesten Fußgängerzonen in Deutschland)

• Die Ostseehalle (Großveranstaltungsort)

• Die Kiellinie (Promenade)

• Die renovierte Hörn mit der Hörnbrücke, einer Dreifeldzugklappbrücke

• Der Hafen per Hafenrundfahrt

• Marineehrenmal und U 995 in Laboe, eins von fünf übriggebliebenen dt. Unterseebooten aus dem Zweiten Weltkrieg

• Das olympische Dorf in Kiel-Schilksee

• Die Schleusenanlagen des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau

• Der Kieler Marinehafen

Kulinarische Spezialitäten

• Kieler Sprotten

• Köm (Kümmelschnaps)

Editiert aus: Wikipedia.org

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